Prozessschritte beim Stockverkauf

Stockverkauf läuft vom Erstgespräch mit dem Forstexperten bis hin zur Auszahlung durch den Käufer in mehreren Prozessschritten ab. Informieren Sie sich hier über die einzelnen Schritte und inserieren Sie im Anschluss ihr eigenes Holz.

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Alle Prozessschritte beim Stockverkauf

1. Vorbereitung und Erstgespräch

Vorbereitung ist alles – auch beim Stockverkauf. Informieren Sie sich deshalb im ersten Schritt umfassend zum Thema. Kontaktieren Sie als nächstes den für Sie passenden Forstexperten und sprechen Sie Ihr Anliegen mit ihm durch. Den passenden Forstexperten finden Sie auf unserem Waldmarktplatz.

In der Regel können Sie auf drei Typen von Forstexperten zurückgreifen:

  • Revierförster: Der in Ihrem Wald zuständige staatliche Förster
  • Forstliche Dienstleister / Forstberater: Selbstständiger Forstexperte
  • Geschäftsführer Forstbetriebsgemeinschaft (FBG): Leiter der FBG und erster Ansprechpartner bei Mitgliedschaften

Im Erstgespräch ist es für den Forstexperten wichtig, möglichst genaue Angaben zu Ihrer Waldfläche zu erhalten. Bitte halten Sie deshalb Dokumente zur Lage, dem Zustand Ihrer Fläche, Pflegemaßnahmen aus der Vergangenheit etc. bereit.

2. Datenerhebung und Auszeichnung

Nachdem die Eckdaten Ihrer Waldfläche besprochen sind, begutachtet der Forstexperte diese vor Ort. Er erledigt im Zuge dessen die folgenden Tätigkeiten:

  1. Erhebung Bestandesdaten: Inventur Ihrer Waldfläche
  2. Erhebung Hiebsdaten: Daten, die den Einschlag und die zu erwartende Holzmenge beschreiben
  3. Anzeichnung: Markierungen an den Bäumen, die dem Käufer zeigen, welche Bäume geschlagen werden dürfen

 

Wichtig: Bitten Sie den Forstexperten unbedingt, unser Datenblatt zur Hiebs- und Bestandesaufnahme zu verwenden. Sie sparen sich diverse Rückfragen im Nachhinein und passen sich dem einheitlichen Standard auf unserem Holzmarktplatz an. Bitten Sie den Forstberater zudem aussagekräftige Bilder vom Bestand zu machen. Nur so werden Sie bestmögliche Angebote seitens der Käufer erhalten.

3. Inserat erstellen

Erstellen Sie im nächsten Schritt ein aussagekräftiges Inserat mit Hilfe des Hiebs- und Bestandesdatenblattes. Die im Dokument mit Sternchen markierten Felder tragen Sie in das Online-Formular ein. Laden Sie anschließend das Datenblatt und maximal acht aussagekräftige Bilder zu Ihrem Inserat hoch.

Finden Sie hier ein Musterinserat, an dem Sie sich orientieren können.

 

Achtung: Wir möchten unsere Nutzer vor unseriösen Inseraten und Kaufangeboten schützen. Deshalb müssen Sie sich für den Holzmarktplatz registrieren, um ein Inserat einstellen oder ein Angebot abgeben zu können. Mutwillige Falschangaben zum eigenen Bestand und zu den Hiebsdaten führen zum Ausschluss aus unserem Holzmarktplatz.

4. Begutachtung der Fläche durch den Käufer

In der Regel wird der Käufer Ihre Fläche vor Ort begutachten, bevor er Ihnen ein Angebot unterbreitet. Achten Sie deshalb bitte darauf, dass Ihre Daten ordnungsgemäß erhoben wurden, um potenziellen Käufern unnötige Fahrtwege zu ersparen.

5. Angebote der Käufer

Im Idealfall erhalten Sie mehrere Angebote von unterschiedlichen Käufern. Die Angebote beziehen sich auf die von Ihnen erhobenen Daten und einer darauf basierenden Schätzung. Folgende Aspekte sollten Sie bei der Entscheidung für einen Käufer berücksichtigen:

  • Ist der Käufer vertrauensvoll, zertifiziert und – falls es sich um ein kleines Unternehmen handelt – im Besitz eines Kettensägenscheins?
  • Deckt sich das Angebot des Käufers mit den aktuellen Holzpreisen?
  • Ist das Kaufangebot seriös und vom Käufer unterschrieben?
  • Ist der Käufer regional ansässig?
  • Setzt der Käufer bestandes- und bodenschonende Arbeitsverfahren ein?
  • Kann der Käufer die Maßnahme im gewünschten Zeitraum durchführen?

Finden Sie hier ein exemplarisches Kaufangebot mit Erklärungen.

Die Holzpreise unterscheiden sich regional und unterliegen Schwankungen. Wir empfehlen Ihnen deshalb, sich über die aktuellen Preise zu informieren, ehe Sie eine Entscheidung treffen. Eine grobe Richtung finden Sie auf Website der Landwirtschaftskammer Niedersachsen oder auf www.waldhilfe.de.

Sprechen Sie sich unbedingt mit Ihrem Forstexperten ab, bevor Sie eine Entscheidung für einen Käufer treffen.

6. Kaufvertrag

Im nächsten Schritt gehen der Käufer und Verkäufer einen Kaufvertrag ein, in den alle mündlichen Absprachen eingeflossen sind. Oberstes Ziel des Vertrages ist der Schutz der Natur, Ihres Waldbestandes und Ihre rechtliche Absicherung im Falle von unsachgemäßem Arbeiten.

Im Kaufvertrag sollten der Verkaufsgegenstand und die dazugehörigen Zahlungsmodalitäten festgehalten werden. Wir empfehlen Ihnen außerdem eine Vorauszahlung in der Höhe von mindestens 30% der Schätzung zu vereinbaren. Zudem sollten Sie Arbeits- und Nutzungsbedingungen, wie zum Beispiel den Verzicht auf eine flächige Befahrung oder die Einhaltung der Rückelinien, festhalten. Verpflichten Sie den Käufer ebenfalls zur Entsorgung von für Borkenkäfer bruttauglichem Material. Und natürlich sollten Sie den Zeitraum für den Einschlag im Vertrag klar definieren.

Ziehen Sie für Vertragsdetails unbedingt auch Ihren Forstexperten zu Rate.

7. Einschlag

Die Dauer des Einschlages hängt von der Größe des verkauften Holzvolumens, den örtlichen Gegebenheiten und weiteren Faktoren ab. Es ist durchaus üblich, dass sich der Einschlag deshalb über mehrere Tage bis Wochen erstrecken kann.

Der Einschlag wird vom Käufer oder von einem von ihm beauftragten Unterauftragnehmer (Subunternehmer) durchgeführt. Vorab ist es zwingend notwendig, dass sich Ihr Forstexperte und der Käufer über Details zum Einschlag, wie der Ernte- und Rücketechnik sowie weitere Auflagen und Randbedingungen austauschen. Idealerweise ist Ihr Forstexperte vor Ort, wenn der Einschlag erfolgt.

Noch einmal der Hinweis: Halten Sie im Vertrag Aspekte wie Fäll- und Rückeschäden, ein Verbot der flächigen Befahrung und Einhaltung der Rückelinien sowie das Aussetzen der Maßnahmen, wenn die Rückegasse technisch nicht mehr befahrbar ist, fest.

8. Kontrolle

Nach dem Einschlag erfolgt die Kontrolle. Der Forstexperte fährt auf Ihre Waldfläche und begutachtet, im Idealfall gemeinsam mit dem Käufer, das Ergebnis des Einschlages. Sie kontrollieren, ob alle vertraglich vereinbarten Aspekte eingehalten wurden.

  • Wurde auf eine flächige Befahrung verzichtet?
  • Sind Rückegassen technisch weiterhin nutzbar?
  • Wurden Fäll- und Rückeschäden vermieden?
  • Wurde das für Borkenkäfer bruttaugliche Material entfernt?

9. Aus- und Anzahlung

Es gibt vier gängige Arten zur Messung der finalen Holzmenge nach dem Einschlag:

  1. Werkseingangsmaß: Messung der Holzmenge beim Eingang in das Sägewerk
  2. Am Polter nach Waldmaß: Manuelle Messung am Polter
  3. Foto-optische Vermessung: Technische Messung am Polter
  4. Nach Schätzung: Zum Beispiel Schätzungen des ausscheidenden Bestandes, Schätzung am Polter etc.

Wir empfehlen Ihnen bei Mengen ab mindestens 20 Erntefestmeter die Foto-optische Vermessung am Polter, weil diese objektiv durchgeführt wird, eichfähig und schnell durchführbar ist. Für diese Messung muss in der Regel allerdings ein Dienstleister beauftragt werden. Bei kleineren Mengen empfehlen wir eine Abrechnung anhand der manuellen Messung am Polter nach Waldmaß.

Unabhängig davon, für welches Modell Sie sich entscheiden, empfehlen wir Ihnen dringend im Kaufvertrag eine Vorauszahlung in der Höhe von mindestens 30% der geschätzten Holzmenge zu vereinbaren. Zudem sollten Sie den Käufer um weitere Garantien, wie eine Bürgschaft oder um eine Abhandlung über ein Treuhandkonto bitten.

Den passenden Forstexperten für Stockverkauf
finden Sie auf unserem Waldmarktplatz.

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